Śri Tathāta0
0
00
die Veden

 

Die Veden

Die Veden sind der älteste vollkommen erhaltene Wissensschatz der Menschheit. Sie wurden ohne Unterbrechung bis in die heutige Zeit weitergegeben. Die rishis (sanskrit: Seher; Heilige der vedischen Zeit) brachten sie auf die Erde. Ihr wichtigstes Anliegen war die Frage: Was ist die Wahrheit bzw. der Sinn des Lebens? Gibt es überhaupt einen? Auf der Suche nach der Antwort auf diese Frage begannen sie, ihr Bewusstsein und ihre Energie auszudehnen, überschritten die Grenzen des menschlichen Geistes und gelangten zu den höheren Ebenen von Bewusstsein und Energie im Universum. Sie waren Wissenschaftler des Geistes. Sie interessierten sich nicht nur für die tieferen Zusammenhänge des Universums, sondern auch für deren Verbindung zum individuellen menschlichen Leben.

Was sie fanden, war eine übergeordnete Einheit von Individuum und Universum. Diese höchste universelle Wahrheit beschrieben sie als vollkommen reine und allgegenwärtige Präsenz, wie eine leere Tafel, vor dessen Hintergrund sich alles abspielt. Wir sehen nur die Zeichen und Formen auf dieser Tafel und sind uns des Hintergrunds nicht bewusst, der notwendig ist, damit etwas darauf erscheinen kann. Die rishis fanden diesen gemeinsamen Hintergrund oder leere Tafel und sie fanden einen zentralen Punkt des universellen Bewusstseins und seiner Entfaltung – eine einzige Quelle der gesamten Schöpfung, die verantwortlich ist für alles Leben: Der Wille des Höchsten Einen, der sich selbst in glückseliger Vielfalt erfahren möchte.

Von diesem Einen entwickelte sich die Schöpfung über viele Ebenen und Zustände in Abermillionen von Jahren herab, bis schließlich die Erde und die physischen Wesen in Erscheinung traten. In diesem Prozess des Abstiegs formten sich die Seelen als Teil der göttlichen Einheit, und ein Feld, in dem die Seele leben, sich bewegen und ihre Reise von der Erde ausgehend zurück zum Göttlichen antreten kann: Die Seele/das Leben ist eine große Reise, sich selbst zu erleben und am Ende in göttlicher Freude wieder eins zu werden.

Die rishis fanden heraus, wie das unsterbliche Bewusstsein von Wahrheit und höchster Freude (satchitananda) erreicht werden kann, wie wir vom Tod zur Unsterblichkeit, vom Falschen zum Wahren, von der Dunkelheit ins Licht gelangen können: Dharma ist der Weg, wie wir unser Ego und unsere niedere Natur überwinden und das innere Selbst, unsere höhere Natur verwirklichen können.

Satchitananda (sat: Wahrheit; das, was sich niemals ändert; ewige Unsterblichkeit; chit: vollkommen selbst bewusst; ananda: höchste Freude, immerwährende Glückseligkeit) bedeutet Freiheit von jeglichen Fesseln und Anhaftungen des Geistes und der Sinne des Körpers. Es bedeutet, dass unser Glück nicht abhängig ist von jemand anderem oder von äußeren Objekten oder Situationen. Dieses Bewusstsein ist nichts, was von außen gebracht werden müsste, es ist bereits in uns. Es schläft in unserem spirituellen Herzen und wartet darauf, erweckt zu werden.

 

Die Veden (Veda bedeutet Wissen) enthalten umfassendes Wissen über alle wichtigen inneren und äußeren Lebensbereiche und Energievorgänge wie Philosophie, Naturwissenschaften, Menschheitsgeschichte, Astrologie, Heilkunde, Architektur, Geomantie usw. Sie wurden lange Zeit mündlich vollständig weitergegeben und schließlich niedergeschrieben.

Sie sind das Erbe der gesamten Menschheit. Das vedische Wissen wird weltweit von vielen verschiedenen Lehrern und Institutionen studiert und weitergegeben. Niemand kann dieses Wissen für sich vereinnahmen und im Namen der Veden eine eigene Sekte oder Religion gründen. Ihr Inhalt und ihre Bedeutung sind universell.

Die Veden erklären, dass das gesamte Universum aus Schwingungen besteht. Eine Sichtweise, die die moderne Physik teilt, die herausgefunden hat, dass alles in der Welt aus vibrierenden Energiewellen aufgebaut ist. Jede Welle bzw. Schwingung hat ihren eigenen sicht- und hörbaren Ausdruck, der uns physisch, emotional und geistig bewegt.

Die Veden sind verfasst als Hymnen (suktas) in der heiligen Sprache sanskrit, deren Schwingungsmuster identisch sind mit der jeweiligen Wortbedeutung. Ihre Rezitation harmonisiert unser energetisches System und tritt auf positive Weise in Resonanz mit den feinstofflichen kosmischen Kräften des Universums.

 

Wenn wir eine vedische Hymne hören, können wir unmittelbar wahrnehmen, dass diese Klänge etwas sehr Schönes, Kraftvolles und Heiliges transportieren. Ihre Bedeutung ist selbst für Sanskritexperten äußerst komplex und vielschichtig, und die höchsten Ebenen ihrer spirituellen Bedeutung sind weitgehend in Vergessenheit geraten. Hochentwickelte Wesen können den Zugang dazu jedoch wieder erschließen.

Yajña (Opfer) ist ein zentraler Begriff in den Veden: wenn ich dem Göttlichen etwas wertvolles darbringe, wird mein Bewusstsein erhoben und auch mein praktisches Leben gefördert.

Vedische Zeremonien wiederspiegeln dieses Prinzip auf irdischer Ebene. Hymnen, spezielle Gesten und geweihte Gaben wie Ghee (geklärte Butter) oder besondere Kräuter werden dem heiligen Feuer dargebracht, welches das Göttliche repräsentiert. Nach indischer Tradition helfen solche Rituale, die aus dem Gleichgewicht geratenen Kräfte der Natur zu harmonisieren, welche vom Menschen durch Konflikte, Kriege, Umweltverschmutzung etc. hervorgerufen werden. Sie reduzieren die Wahrscheinlichkeit von Naturkatastrophen oder mildern zumindest deren Ausmaß. Vedische Rituale helfen zur Wiederherstellung von Frieden und Harmonie auf allen Ebenen.

Die vedische Sichtweise ist sehr weitreichend: eine ihrer Hymnen spricht vom Menschen als amrita putrasya, d. h. "Kinder der Unsterblichkeit". Dies bedeutet, dass der Weg der Veden für die Entwicklung des Bewusstseins unendlich ist: Schritt für Schritt kann der Mensch den Zustand totalen Erwachens erreichen, welcher dem unsterblichen Wesen angehört, das in jedem Einzelnen von uns verborgen ist. 

 

 

 

Varaire 2011

Vedischer Gesang von Śrī Tathāta

(zum anhören ins Bild klicken)

 



Verein Tathata Vrindham    info@sritathata.de